Schultheater in Ilsenburg
llsenburg (pwr). Ein halbes Jahr lang haben sich die Schüler des Landschulheims Groves- mühle mit dem Thema Zivilcourage auseinandergesetzt. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist das Theaterstück „Pimp up my Courage", welches in den kommenden Tagen aufgeführt werden wird. Erarbeitet haben sich die Neuntklässler das Thema über Referate, Filme, Diskussionen und den Austausch von eigenen Erfahrungen zum Thema Zivilcourage. Nach und nach sei so ein Werk entstanden, welches die Schüler selbst - als Bühnencollage bezeichnen. Diese bewege sich zwischen Unterhaltung, Ernsthaftigkeit, Dokumentation und Inszenierung. Kernstück der Sammlung seien die immer wieder auftretenden Fragen: „Was bedeutet Zivilcourage für mich?" und „Wann muss ich mich einmischen?". Auch die Theatergilden der 5. bis 8. Klassen haben Szenen zu dieser Thematik entwickelt und stellen diese ebenfalls im Rahmen des Theaterabends „Pimp up my courage",vor. Die Aufführungen sind am morgigen Donnerstag und dem darauffolgenden Freitag um jeweils 19 Uhr, Veranstaltungsort ist der „Schwarze u;-geh" in Veckenstedt.
Turnhallen-Neubau bis Ende 2010 fertig?

- Großer Bahnhof im Landschulheim Grovesmühle: Kultusminister 01¬bertz (Mitte) besuchte die Privatschule in Veckenstedt. Foto: A. Fischer
Mit Investitionen in die Bildung kann die Konjunktur angekurbelt werden. Davon ist Kultusminister Prof. Jan-Hendrik Olbertz überzeugt. Solche Ausgaben hätten einen doppelten Effekt. Sie würden nicht nur der jungen Generation zugute kommen, sondern zugleich der heimischen Wirtschaft helfen. Am Mittwoch besuchte er das Landschulheim Grovesmühle.
Von Andreas Fischer Veckenstedt. Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz registrierte mit Freude, dass Dank privater Schulträger das Bildungsangebot in Sachsen-Anhalt vielseitiger wurde. Das unterstrich er vor zwei Tagen während seines Arbeitsbesuchs im Landschulheim Grovesmühle. Er würdigte die schulpädagogische Reformpolitik und bemängelte andererseits, „dass die Lust am Experimentieren an staatlichen Schulen nicht besonders groß ist". Wegen der Privatschulen gäbe es nun auch in Sachsen-Anhalt verschiedene Angebote und einen fairen Wettbewerb. Letztere würden, so die Zusicherung, in gleichem Umfang wie die staatlichen Schulen unterstützt. Der Ministerbesuch in Begleitung von Katharina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, der Harzer Bundestagsabgeordneten Heike Brehmer und Landtagsabgeordneten Angela Gorr (beide CDU) diente dem Schulbetreiber Dr. Gerrit Buurmann auch dem Ausloten weiterer Fördermöglichkeiten. Die Schule habe bereits 360 000 Euro aus dem Konjunkturprogramm für den Turnhallenneubau erhalten. Insgesamt habe das Projekt etwa ein Volumen von 1,2 Millionen Euro. Bereits Ende 2011 muss die Förderung aus dem Programm abgerechnet sein. Das bedeutet gleichzeitig auch eine Fertigstellung bis dahin. Da hinter der Schule aber „keine wohlhabende Stiftung" stehe, so Buurmann, sei es schwierig, den Differenzbetrag aufzubringen. Die Suche nach Fördermöglichkeiten wurde zugesagt. Allerdings hatte keiner der Besucher einen Scheck in der Tasche. Momentan werden über 300 Kinder in den Klassen 5 bis 12 von 34 Pädagogen unterrichtet. Die Einrichtung war 1914 vom Reformpädagogen Herrmann Lietz gegründet und am 3. August 1995 wieder gegründet worden. Dessen Wirken fühlt man sich in Veckenstedt noch heute verbunden. Möglich ist es, in der Grovesmühle sowohl den erweiterten Realschulabschluss als auch das Abitur abzulegen. Der Minister bekam während seines Rundgangs nicht nur einen Einblick in die praxisnahe Bildung. Angetan zeigte er sich zudem von einem für Unterrichtszwecke genutzten kleinen Wasserkraftwerk, den Wohnbedingungen wie auch von der Holzwerkstatt. Letztere werde, so Schulleiter Dr. Rolf Warnecke, von den Realschülern im Fach Technik und von den Gymnasiasten in einer Arbeitsgemeinschaft genutzt.
Neue Sportgeräte für das Landschulheim
4500 Euro-Spende der Sparkassenstiftung übergeben
Riesenfreude über den „warmen Geldregen" in der Turnhalle des Landschulheims Grovesmühle bei den Schülern der 8a sowie (hinten von links) Sportlehrer Andre Dzial, Sparkassen-Vorstand Wilfried Schlüter, Schulleiter Rolf Warnecke, Internatsleiter Jürgen Völker und Landrat Michael Ermrich. Veckenstedt (rar). Im Beisein und durch Vermittlung von Landrat Michael Ermrich hat' Sparkassen-Vorstand Wilfried Schlüter eine Spende über 4 500 Euro an das Veckenstedter Landschulheim Grovesmühle übergeben. Von dem Geld wurden jeweils zwei mobile Basketballanlagen und Fußballjugendtore sowie ein Unihockeyspiel angeschafft. Die Ausstattung mit Sportgeräten galt im Landschulheim bisher als unzureichend. Das Geld stammt von der Stiftung der Kreissparkasse Wernigerode. In diesem Jahr will die Stiftung in den Bereichen „Jugend und Sport" sowie „Denkmale und Kultur" jeweils 50 000 Euro spenden.
Wann geht hier die Luft raus?

- Turnhallen-Neubau anstelle dieses Provisoriums - der 10 Jahre alten Traglufthalle? Fotos (4): Rainer Marschel
Veckenstedt (rar). Der dringend benötigte TurnhallenNeubau im Landschulheim Grövesmühle ist noch keineswegs „in trockenen Tüchern", so Schulleiter Dr. Rolf Warnecke. Man habe bisher lediglich eine „wohlwollende Prüfung" des Antrages zugesagt, hieß es aus dem Landesverwaltungsamt Halle. Im Rahmen des Konjunkturpaketes II sollten die 360 000 Euro ursprünglich in energetische Sanierung sowie in ein Schülercafe investiert werden. Jetzt soll das Geld in die neue Turnhalle fließen. Die Auftragsvergabe müsste allerdings noch 2010 erfolgen. Andernfalls würde das Geld verfallen.
Platz zwei: Begabtenförderung

- Die Preisträger beim Landeswettbewerb „Jugend forscht" Philip Plättner, Elisabeth Werder und Johannes Festerling (v.l.) mit dem Modell einer Fruchtfliege. Foto: privat
Grovesmühle-Schüler bei „Jugend forscht" erfolgreich
Beim Landeswettbewerb „Jugend forscht" ergatterte kürzlich eine Gruppe Siebtklässler aus dem Veckenstedter Landschulheim Grovesmühle den zweiten Platz. Die Schule sieht sich damit in ihrem Engagement um eine gezielte Begabtenförderung bestätigt.
Von Rainer Marschel Veckenstedt. Im Rahmen der im Augenblick aufgebauten Begabtenförderung nahm dieser Tage eine Gruppe Siebtklässler am landesweiten Wettbewerb „Jugend forscht" teil. Die Jugendlichen erreichten dabei in Biologie in der Kategorie bis 15 Jahre einen beachtlichen zweiten Platz. Sie hatten sich über viele Wochen und über den eigentlichen Unterricht hinaus mit den Augenfarben von Fruchtfliegen beschäftigt, die diese unter unterschiedlichen Lebensbedingungen erhalten. Dazu mussten die Jungen und Mädchen eine Hausarbeit schreiben und diese beim Regionalausscheid in Stendal verteidigen. Das Auswertungsgespräch der Jury soll nach Einschätzung einer die Gruppe begleitenden Mutter, „sehr gut verlaufen" sein. Die Arbeit wurde von den Experten als „super" bezeichnet. Die entsprechende Präsentation der Ergebnisse habe alle Anwesenden außerordentlich überzeugt und begeistert. Besonders habe der Jury gefallen, dass die Ergebnisse von allen Dreien vorgetragen wurden. Damit habe man überzeugend bewiesen, dass alle gleichermaßen ihren Anteil an dem vorgestellten Ergebnis hatten. Für die Mutter habe sich allerdings die Frage ergeben, wieso es denn, angesichts dieser exzellenten Arbeit, nicht für Platz 1 gereicht habe. Daraufhin wurde lediglich moniert, dass unter Hinweis auf die nicht berücksichtigten Mendelschen Gesetze gewissermaßen das i-Tüpfelchen gefehlt habe. Zwar habe die Jury sehr wohl gewusst, dass diese im Unterricht noch gar nicht behandelt wurden. Aber da in der Facharbeit bereits der Begriff der „Mutation" gefallen war, hätte man sich gewünscht, dass nach dem Testergebnis gezielt nach dem Warum geforscht worden wäre. Allein auf diesen Umstand hatte sich die Kritik am knappen Verfehlen des Siegertreppchens für die drei Nordharzer beschränkt. Betreuende Lehrerin an der „Grovesmühle" ist Ines Märkisch, die auch weitere Formen der Begabtenförderung (zum Beispiel das sogenannte „Drehtürmodell", bei dem besonders herausragende Schüler in einzelnen Stunden den Unterricht höherer Klassen besuchen) praktiziert. Als nächstes stehe der Geschichtswettbewerb auf dem Plan des Landschulheims „Grovesmühle", so der stellvertretende Leiter Reimund Märkisch.
„Ich gehe ja nicht weg - ich gehe hin"
Noch gibt es kein grünes Licht vom Kultusministerium für ein neues christliches und zudem privates Schulprojekt in Hedersleben. Aber wenn es in den nächsten Wochen gegeben wird, hat das automatisch Konsequenzen für die Führungscrew im Landschulheim Grovesmühle. Der stellvertretende Schulleiter Reimund Märkisch plant für diesen sehr wahrscheinlichen Fall seinen Weggang - allerdings auf Raten.
Veckenstedt. Die Nachricht vom erwogenen Ausscheiden des stellvertretenden Schulleiters Reimund Märkisch (36) hat Lehrer, wie Schüler im Landschulheim Grovesmühle gleichermaßen geschockt. Auch in Veckenstedt selbst halten sich kolossale Überraschung und Bedauern offenbar die Waage. Die meisten hatten davon bis heute keine Ahnung, selbst im Pädagogenkreis. Noch hat der Mathematik- und Physiklehrer nicht offiziell gekündigt. Immerhin ist das Hederslebener Schulprojekt auch noch nicht in trockenen Tüchern. Allerdings wird daran allgemein nicht gezweifelt. Ob es in den nächsten Tagen eine Bestätigung durch das Kultusministerium geben wird oder erst Ende Mai, wie Märkisch vermutet, ändert am Sachverhalt allerdings wenig. Selbst einen neuen Arbeitsvertrag hat er längst in der Tasche, freilich unter Vorbehalt, dass die neue Schule ihre behördliche Genehmigung auch tatsächlich bekommt. Der in Wernigerode lebende Märkisch (seine Frau arbeitet ebenfalls im Landschulheim als Mathematik- und Geschichtslehrerin): „Ich gehe ja nicht weg. Ich gehe hin." Motive für Weggang „nachvollziehbar" Dabei scheinen die Motive für den geplanten Weggang sehr nachvollziehbar. Märkisch würde mit diesem Wechsel vom Stellvertreter zum Schulleiter aufsteigen. Klar, dass sich damit für ihn völlig neue Gestaltungsspielräume ergeben. Hinzu kommen die christliche Einstellung des Mannes sowie seine pädagogischen Fähigkeiten. Unterm Strich eine vergleichsweise seltene Konstellation, die den neuen Schulträger, die Johannes-Schulstiftung der evangelischen Landeskirche, überzeugt haben muss. Dass Märkisch Katholik ist, war bei dieser Personalie offenbar zu vernachlässigen. Den Gedanken für den ab dem 1. August 2010 geplanten Wechsel hat Märkisch bereits seit Dezember. Letztlich überzeugt hat ihn das reformpädagogische Konzept in Hedersleben. Die dortige staatliche Schule wurde 2004 geschlossen. Sehr engagierte Eltern, die Bürgermeisterin und schließlich auch die Pfarrerin wollten sich damit nicht abfinden. Unterdessen steht die private Sekundarschule mit zunächst einer Klasse kurz vor der Eröffnung. Märkisch: ,Eine kommunale Grund- und eine künftig private Sekundarschule unter einem Dach - das ist schon eine ungewöhnliche und vielleicht einzigartige Konstellation. Bisher hätten sich freie Träger auffallend oft auf Gymnasien und damit praktisch auf eine eher elitäre Klientel gestürzt. Diesbezüglich habe es bei der Kirche offenbar ein Umdenken gegeben, konstatiert Märkisch. „Ich habe meinen Chef selten so sprachlos gesehen", meint er über die erste Reaktion von Schulleiter Dr. Rolf Warnecke auf diese Nachricht. Allerdings sehe dieser es mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Wäre gemein, einfach so zu verschwinden" „Ich kann die Beweggründe meines Stellvertreters bestens nachvollziehen. Ich war vor 15 Jahren mit dem Landschulheim in einer ganz ähnlichen Situation. Dennoch verlieren wir einen sehr kompetenten Kollegen. Darüber kann sich hier freilich niemand freuen", so Warnecke. Einkleiner Trost: So ganz sang- und klanglos verschwinden wird Märkisch keinesfalls. „Das wäre oberfies und gemein", bekennt der Pädagoge. Acht Stunden pro Woche würde er dem Landschulheim gern „erhalten bleiben." Der Hintergrund für dieses Ansinnen ist seine jetzige 11. Klasse, die er im nächsten Schuljahr gern noch bis zum Abitur führen würde. Jeweils zwei Tage käme Märkisch dann an seine alte Wirkungsstätte zurück - ein Abschied auf Raten.
Erfolgreiche Premiere für neue Blutspendeaktion

- Laura und Philipp Rothe aus Bad Harzburg gehörten zu den Grovesmühte Besuchern. Ihnen hatte es dieses Lämmchen angetan.
Veckenstedt (jni). Mehrere Hundert Besucher aus nah und fern waren am Sonnabend beim „Tag der offenen Tür" im Veckenstedter Landschulheim Grovesmühle zu Gast. Nicht nur viele Schüler, Lehrer und die Schulleitung waren zugegen, auch der gesamte Tierbestand des Landschulheimes begrüßte die Gäste. Dazu zählen Pferde, Kühe, Schafe und auch einige Katzen, die sich in den Jahren in der Grovesmühle angesiedelt haben. Auf dem weitläufigen Gelände wurde den Besuchern viel geboten. Ein Kuchenbasar gehörte ebenso dazu, wie leckere Erbsensuppe vom Küchenteam und jede Menge Sport und Spiel. Schulintern gab es ein Fußballturnier und am Abend das alljährliche Treffen der Absolventen des Landschulheims. Eine Premiere hatte die Blutspende an der Schule. Der Schulsanitätsdienst, der Blutspendedienst Sachsen-Anhalts und das Jugendrotkreuz des Harzkreises hatten dazu eingeladen. DRK-Jugendleiter Marco Rach erklärte, dass die Spendenmöglichkeit in der Grovesmühle ein Vorgeschmack auf einen Aktionstag des Jugendrotkreuzes am 14. Juni sei. An diesem Tag werde unter dem Motto „Blut und Jung" im Harzkreis um junge Spender geworben. Und die Organisatoren würden sich freuen, wenn die Resonanz dann genauso hoch ist, wie am Sonnabend. An diesem Tag spendeten mehr als 30 junge Leute, die meisten zum ersten Mal.

- Über 30 Interessenten zählten die Organisatoren bei der Premiere der Blutspende im Landschulheim Grovesmühle. Fotos (2): Jörg Niemann

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