Aus Reitstall wurde Werkstatt für praktische Arbeiten
Realschüler, die im Landschulheim Grovesmühle unterrichtet werden und statt der zweiten Fremdsprache eine praktische Ausbildung bevorzugen, haben jetzt die aus einem Reitstall umgebaute Schulwerkstatt in Besitz genommen. Sie führen dort Holzarbeiten aus, die für das Schulgelände, Freizeitaktivitäten und den Unterricht benötigt werden. Damit unterstreicht die Schule in freier Trägerschaft, dass sie praktische Ausbildung ebenso wie die Entwicklung des abstrakt-theoretischen Denkens gleichrangig fördert. Das Foto zeigt Johannes Heimholz aus Langeln, Thomas Kühlmann aus Heimburg mit Lehrer Wieland Lochmann und Ben Simon Montowski aus Elbingerode (von links) während der praktischen Ausbildung. Sie freuen sich über dieses neue Angebot.
Gespräche, Festakt, Disko und ein eigenes Musical
Zehn Jahre Landschulheim Grovesmühle
Veckenstedt (jmü). Das Landschulheim Grovesmühle feiert in dieser Woche sein zehnjähriges Bestehen. Den Auftakt der Feierlichkeiten bildet am morgigen Donnerstag um 19 Uhr ein Podiumsgespräch im Wernigeröder 'Rathaus mit der Reformpädagogin Enja Riegel. Am kommenden Samstag, 17. September, wird es um 10.30 Uhr einen offiziellen Festakt im Festzelt an der Grovesmühle geben. Am Nachmittg weihen, die Schüler schließlich ihre Schulwerkstatt ein, die sie in monatelanger Arbeit selbst saniert und ausgebaut hatten. Nach einem bunten Programm für alle Festgäste ab 15 Uhr wird um 19.30 Uhr das Musical „Die Grovesmühle" im Festzelt aufgeführt, ehe zu einer Disko eingeladen wird.
Kreatives Fest für viele Gäste

- Während der Jubiläumsfeier gab es vielerlei Möglichkeiten der kreativen Betätigung für die Gäste. So beteiligten sich einige Besucher und auch Schüler am Gestalten eines großen Bildes. Sie konnten aber auch eine Ausstellung von Arbeiten der Schüler besichtigen. Dort gab es angeregte Diskussionen über die Arbeiten, die vielfache Anerkennung fanden. Fotos (5): hn-Agentur
Zehn Jahre Landschulheim Grovesmühle
Das Landschulheim Grovesmühle besteht jetzt zehn Jahre. Zum Jubiläum empfingen die Lehrer und Schüler viele Gäste.
Veckenstedt (afi). Mit einem pädagogischen Gespräch im Wernigeröder Rathaus sowie einem bunten Programm auf dem Gelände der Grovesmühle feierten Lehrer und Schüler mit vielen Gästen das zehnjährige Bestehen des Landschulheimes. Höhepunkte am Sonnabend waren ein Festakt sowie die Eröffnung der Schulwerkstatt zur Intensivierung der praktischen Ausbildung. Ein hochrangig besetztes Podium sowie viele prominente Zuhörer bildeten den Rahmenfür einen Festvortrag von Enja Riegel, ehemalige Schulleiterin und eine der bekanntesten deutschen Schulreformerinnen im Wernigeröder Rathaus. Schule kann gelingen, behauptete Frau Riegel. Und in der Tat: Ihre Gesamtschule hatte beim deutschen PISA-Test vorzüglich abgeschnitten. Die Gründe sah die Referentin in der Organisation ihrer Schule und in ihrer pädagogischen Ausrichtung: Lehrer bilden Teams. Die Schuljahrgänge leben in Revieren, für die sie bis zur Reinigung zuständig sind. Ein Drittel des Unterrichts findet in Projekten statt. Viele Experten aus Kunst, Kultur und Theater arbeiten in der Schule mit. Alle Schüler lernen gemeinsam. Es ist erklärtes Ziel der Schule, jeden Schüler an seine Leistungsgrenzen zu führen und ihm Lebensmut zu geben: Ich kann etwas. Ich werde gebraucht. Ich kann mir selber helfen. Mit diesem Selbstbewusstsein sollten Schüler die Schule verlassen können. Staatssekretär Willems aus Magdeburg war in vielem ganz nah bei Frau Riegel und wies darauf hin, mit seiner Schulpolitik in ähnliche Richtung zu zielen. In manchen Punkten gab es dann doch Unterschiede, z. B. definierte Willems als Aufgabe von Schule, dass Schüler lernen, auch mit Niederlagen umzugehen. Frustrationstoleranz hieß sein Stichwort. Der Schulleiter der Grovesmühle Dr. Warnecke vergaß nicht, zu erwähnen, dass auch das Landschulheim eine Schule ist, in der vieles gelingt wie in Enja Riegels Helene-Lange-Schule. Hier stimmten ihm viele Experten aus der Landschulheimbewegung zu, die zu gemeinsamer Feier angereist waren. Ein munterer und spannender Abend, beendet durch die engagierte Bitte des Staatssekretärs, braune Agitation an den Schultoren zu verhindern. Nicht nur dafür großer Applaus der über 100 Anwesenden.
Fest auf dem Schulareal
Am 3. August 1995, also ziemlich genau vor zehn Jahren, wurde die Grovesmühle wiedereröffnet, erinnerte während der Festveranstaltung im Landschulheim Schulleiter Dr. Rolf Warnecke. Er begrüßte auch Landrat Dr. Michael Ermrich, Wernigerodes Oberbürgermeister Ludwig Hoffmann, den Landtagsabgeordneten Ulrich Kasten sowie Eltern, Lehrer und Schüler. Er erinnerte, dass die Geschichte der Grovesmühle als pädagogische Einrichtung schon viel älter als zehn Jahre sei. 1914 als Landwaisenheim vom Reformpädagogen Hermann Lietz gegründet, später Unterstufe der Hermann-Lietz-Schulen und zu DDR-Zeiten zunächst Lehrlingswohnheim und dann Polytechnische Oberschule: Grovesmühle habe somit eine mehr als 90-jährige pädagogische Tradition. Dass die Grovesmühle in der heutigen Form entstehen konnte, sei dem Interesse und der Initiative der Marburger Familie Buurman zu verdanken, sagte Warnecke. Ohne das weitsichtige Engagement von Dr. Gert-Ulrich Buurman, ohne sein Beharrungsvermögen und seine Risikobereitschaft hätte die Grovesmühle, wie sie jetzt entstanden ist, niemals existiert. Die erzielten Leistungen der Schulen in früher Trägerschaft und die Arbeit in den Interessenverbänden der freien Schulen hätten dazu geführt, dass sowohl im Bewusstseirn der Bevölkerung als auch auf landespolitischer Ebene das Interesse an freien Schulen sehr viel größer geworden sei, unterstrich Warnecke. Dafür spräche beispielsweise, dass der Ministerpräsident des Landes die Schirmherrschaft über die Tage der freien Schule übernommen habe. Praktische Ausbildung steht ganz in der Tradition der Landerziehungsheime. Daran erinnerte Reimund Märkisch, stellvertretender Schulleiter, während der Eröffnung der Schulwerkstatt, einer der weiteren Höhepunkte des Tages. Seit dem vergangenen Jahr hat in der Grovesmühle jeder Realschüler, der keine zweite Fremdsprache belegt, und das sind die meisten, in der Woche zwei Doppelstunden praktische Arbeit. Im Mittelpunkt stand bisher der Bau der Schulwerkstatt, in Zukunft werden es Holzarbeiten sein, aber auch Arbeiten auf dem Gelände. Nicht zuletzt sollen Materialien für die Arbeit und den offenen Unterricht hergestellt werden.
Theorie und Praxis
Unserer festen Überzeugung nach sind alle Schüler im Mittel gleich begabt, nur auf anderen Gebieten. Schüler, deren Stärken im abstrakt-theoretischen Denken liegen, sollen den gymnasialen Weg einschlagen, und diejenigen, die eher praktisch begabt sind, sollen einen Realschulabschluss anstreben. Von uns ernst genommen, bedeutet das, dass dem Realschulbildungsgang schulintern die gleiche Priorität zugeordnet wird wie dem gymnasialen Bildungsgang, eben auch in Bezug auf die räumliche Ausstattung", sagte Reimund Märkisch. Das Ergebnis dieser Gleichbehandlung der Bildungsgänge zeige sich in der hervorragenden Abschlussbilanz der Realschüler. Die Gäste konnten sich davon überzeugen, dass mit der Schulwerkstatt für den Technikunterricht bessere Voraussetzungen entstanden. Zum Abschluss des Feststages führten Schüler ein in der Grovesmühle entstandenes Musical auf, das über die Entwicklung des Landschulheimes berichtet.
Mit einem pädagogischen Gespräch im Wernigeröder Rathaus begannen die Feiern zum zehnjährigen Bestehen des Landschulheimes Grovesmühle. Foto: Matthias Bein
Zum Abschluss der Jubiläumsfeier zeigten Schüler ein in der Grovesmühle erarbeitetes Musical über die Entwicklung des Landschulheimes. Alle Mitwirkenden erhielten viel Beifall.
Die Mitglieder der Gilde der Pferdefreunde zeigten, was sie unter fachkundiger Anleitung bisher gelernt haben. Die Zuschauer zollten ihnen dafür viel Beifall.
Schule der Zukunft - hat die Schule Zukunft?
Zehn Jahre Landschulheim Grovesmühle
Wernigerode (pa). Anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Landschulheims Grovesmühle und im Rahmen der Wernigeröder Pädagogischen Gespräche findet eine Podiumsdiskussion statt unter dem Motto „Die Schule der Zukunft - hat die Schule Zukunft? Wie kann, wie soll, wie wird die Schule der Zukunft aussehen?"
Enja Riegel, ehemalige Schulleiterin der bekannten Helene-Lange-Schule und überzeugte Schulreformerin und Pädagogin, wird in das Thema einführen. Mit ihr diskutieren werden der Staatssekretär im Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, Windried. Willems, und Erika Risse, Vorsitzende der Vereinigung deutscher Landerziehungsheime. Die Moderation übernimmt Rainer Schulz vom Landesverwaltungsamt Magdeburg. Die Diskussion ist angesetzt von 19 bis 20.30 Uhr, Ort ist das Wernigeröder Rathaus. Eingeladen sind Lehrer, Eltern, Schüler und alle an Schulen Interessierten.
„Hamster" - der Einstieg in die Programmierung

- Dekan Prof. Dr. Bernhard Zimmermann bei einer Lehrveranstaltung an der Hochschule Harz mit Schülern des Landschulheims Grovesmühle.
Kooperation
Von Prof. Sigurd Günther / Wernigerode.
Seit Beginn dieses Schuljahres sind elf Gymnasiasten des Landschulheims Grovesmühle regelmäßige Gäste an der Hochschule Harz. Im Rahmen des Kooperationsvertrages mit dieser Bildungseinrichtung lernen die Schülerinnen und Schüler am Fachbereich Automatisierung und Informatik, wie man mit der Programmiersprache Java Computerprogramme entwerfen kann. Für die ersten Schritte wird ein speziellesSystem benutzt, bei dem durch das Programm ein „virtueller Hamster" in einem Labyrinth bewegt werden kann. Mit dieser Arbeitsumgebung, die von einem Oldenburger Informatiker speziell für Anfänger entwickelt wurde, haben die Wernigeröder Hochschullehrer gute Erfahrungen im Rahmen der jährlich stattfindenden Mädchenschulen bzw. Mädchenpraktika gesammelt. Auch die jungen Grovesmühler Gäste sind mit Begeisterung bei der Sache und bestärken den Optimismus auf künftige, engagierte Studierende.
Veckenstedter richten eine Fachoberschule ein

- Reimund Märkisch
Veckenstedt (afi). Die schriftliche Genehmigung steht zwar noch aus, aber Reimund Märkisch, stellvertretender Schulleiter im Landschulheim Grovesmühle, ist zuversichtlich, dass in den nächsten Tagen vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt das Okay für eine Fachoberschule in Veckenstedt kommt. Es soll zunächst eine Klasse, die aus etwa 20 Schülern besteht, mit Beginn des Schuljahres 2006/2007 eingerichtet werden. Für den 10. Januar 2006 ist um 19 Uhr eine entsprechende Informationsveranstaltung für Eltern und Schüler in der Aula des Landschulheimes vorgesehen. „Mit der Fachoberschule schaffen wir vor allem für praktisch begabte junge Menschen einen nahtlosen Übergang von der Realschule, sagte der Vize-Schulleiter.
Und: „Wir haben die erforderlichen Lehrer und die Räume und können bei Bedarf auch Internatsplätze zur Verfügung stellen. Die neue Fachoberschule stehe sowohl für Absolventen der Realschule in der Grovesmühle als auch andere Schüler zur Verfügung, erläutert der Lehrer. Vorgesehen ist eine zweijährige Ausbildung, wobei in jedem Jahr in einer Woche ein dreitägiges Praktikum angeboten werden soll. „Dafür gibt es die Unterstützung durch Industrie und Handwerk", erläutertr Reimund Märkisch. Sowohl Firmen aus Wernigerode als auch aus Ilsenburg hätten Interesse bekundet. Besonders aus der Metallund der Elektroindustrie lägen bereits Zusagen vor. In Erweiterung des bereits bestehenden Kooperationsvertrages helfe die Hochschule Harz bei der Gestaltung des fachrichtungsbezogenen Unterrichts im Bereich Technik und Informatik. Ziel sei es ja, dass die Absolventen der Fachoberschule die Fachhochschulreife erwerben und damit zielgerichtet auf das Studium an der Hochschule vorbereitet werden.
Oliver Zeis aus Langenstein (Landkreis Halberstadt), Christoph Voigt, der in der Nähe von Berlin zu Hause ist, sowie Daniel Sieberhein aus Brandenburg (von links) sammeln als Realschüler bereits praktische Erfahrungen in der unlängst eingerichteten Holzwerkstatt des Landschulheimes. Fotos(2): Andreas Fischer
Nachwuchs für den Nachwuchs: Neue Jugendleiter ausgebildet

- Selbst üben, wie man Spiele richtig anleitet: Die frischgebackenen Jugendleiter wurden an zwei Wochenenden ausgebildet. Privatfoto
Veckenstedt. (rr). Kürzlich nutzte das Landschulheim Grovesmühle in Veckenstedt das Angebot des Kreisjugendrings Wernigerode, eine Jugendleiterschulung durchzuführen. Wie die Schulungsleiterin Frau Walzel, Geschäftsführerin des Kreisjugendrings berichtete, wurden sie und die anderen Referenten vom Internationalen Bund, der Evangelischen Jugendarbeit sowie der Sportjugend dort herzlich aufgenommen. Nach zwei anstrengenden Wochenenden haben sich acht Jugendliche für die Leitung von Kinder- und Jugendgruppen qualifiziert: Zora Kolb, Agnes Voigt, Christopher Goller, Ulrich Junior, Nico Laftschiew, Leopard Leyh und Christian Meier. Friedrich Drees konnte den Kurs aus Krankheitsgründen leider nicht beenden. Der Kreisjugendring gratuliert herzlich und wünscht allen Absolventen viel Erfolg.
Beate Walzel, Kreisjugendring Wernigerode

Über Uns









