Grovesmühler Schüler beim Lateinübersetzungswettbewerb
Certamen Ciceronianum 2009
Schülerinnen der Grovesmühle beim Latein-Übersetzungswettbewerb in Arpino (Italien)
Bereits zum 29. Mal trafen sich vom 15.-17.Mai 2009 in Arpino, der Geburtsstadt des römischen Staatsmannes und Philosophen M. Tullius Cicero, SchülerInnen aus ganz Europa, um sich in ihren Übersetzungskenntnissen zu messen. Unter den 563 TeilnehmerInnen dieses größten Latein-Übersetzungswettbewerbes in Mittelitalien waren erstmalig auch zwei SchülerInnen der Grovesmühle: Katharina Düfert und Sophia Festerling, beide aus der Klasse 11, reihten sich ein unter die restlichen LateinschülerInnen aus 14 Ländern (Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Rumänien, Schweiz, Serbien, Spanien, Ungarn). Begleitet wurden die beiden von ihrem Lateinlehrer Jozi Wutte.
Die Teilnahme am Wettbewerb war für die beiden der Abschluss eines intensiven Cicero-Jahres. Neben dem regulären Unterricht, in dem ebenfalls einige Cicero-Texte erarbeitet wurden, gingen etliche Kommunikationszeiten und jede Menge Freizeit drauf, um die Werke Gedankenwelt und die Gedankenwelt Ciceros zu verstehen. So waren sie denn auch gut vorbereitet und konnten beim Wettbewerb die schwierige Aufgabe lösen. Es galt, einen Text aus dem 5. Buch der Tusculanae disputationes, des philosophischen Spätwerkes Ciceros zu übersetzen und zu interpretieren. Dabei umfasste die Übersetzungsaufgabe über 330 Wörter (zum Vergleich: beim Abitur Leistungskurs müssen 180 Wörter übersetzt werden – und das in derselben Zeit). Es ging darum, ob man mit körperlichen Behinderungen glücklich leben kann bzw. sogar glücklicher als ein gesunder Mensch. Aber auch darum, wann der Punkt erreicht ist, dass die Qualen unerträglich werden und den Leiden der Freitod vorzuziehen ist.
Katharina und Sophia haben es geschafft, den gesamten Text zu übersetzen und haben auch den Inhalt erfasst und interpretiert; für einen der ersten zehn Plätze – nur diese werden genannt – hat es leider dennoch nicht gereicht. Acht Preise erlangten italienische SchülerInnen, der fünfte und der zehnte Platz gingen nach Deutschland.
Nach der eigentlichen Aufgabe gab es noch die Möglichkeit, die Stadt Arpino zu besichtigen. Die eigentliche Besichtigungstour startete allerdings am zweiten Tag, wobei der Höhepunkt des Tages (im wahrsten Sinn des Wortes) die Besichtigung des Benediktinerklosters Monte Cassino war. Da wurden die Gäste vom Abt mit einer lateinischen Ansprache begrüßt, wobei die italienische Aussprache des Lateinischen für deutsche Ohren doch etwas gewöhnungsbedürftig klang.
Zur Belohnung für ihr Engagement konnten Katharina und Sophia vor und nach dem Wettbewerb je einen Tag in Rom verbringen, sodass sie auch die antike Weltmetropole, die Cicero groß gemacht hat, gesehen haben.
Abschließend soll noch ein Dank ausgesprochen werden: dem Förderverein der Grovesmühle, der den beiden Schülerinnen die Reise finanziert hat.
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