
- Blumenstrauß als Dankeschön: Schulleiter Rolf Warnecke dankte Bernhard Duve und Karl-Heinz Richter (vorn von links) für das große Schwalben
„Wo Schwalben nisten, da wohnt das Glück" heißt ein Sprichwort. Davon sind auch die Erbauer der Schwalbenhäuser überzeugt. Eins ist bereits in Veckenstedt aufgestellt worden; ein weiteres wird heute in Langeln eingeweiht.
Von Andreas Fischer Veckenstedt/Langeln. Ein Herz für Schwalben. Das haben die Harzer schon im vergangenen Sommer gezeigt, als in der Nordharzgemeinde Wasserleben ein Schwalbenhaus aufgestellt wurde. Solch eine Nisthilfe im modernen Baustil steht nun auch in Veckenstedt auf dem Gelände des Landschulheims „Grovesmühle". Heute wird ein weiteres Schwalbenhaus in Langeln aufgestellt. Erbaut wurden sie auf Initiative des Naturschutzbundes (NABU) und in Zusammenarbeit der Kommunalen Beschäftigungsagentur des Harzkreises mit dem Bildungsträger Teutloff Wernigerode. In den zurückliegenden sechs Monaten waren zehn Arbeitsuchende, zwei Frauen und acht Männer, mit dem Projekt beschäftigt. Und sie haben weiter zu tun, wie Bernhard Duve versicherte. Der Teutloff-Projektleiter sagte: „Zwei Schwalbenhäuser sind bestellt, sie sollen im Bereich Heudeber/ Danstedt und in Darlingerode aufgestellt werden, sofern die Finanzierung gesichert ist:' Diese 2,25 Meter mal 2,25 Meter großen und sechs Meter hohen Vogelhäuser (fünf Meter davon ragen aus der Erde) sind nach dem Vorbild von Teutloff Schönebeck unter Anleitung von Karl-Heinz Richter gebaut worden. Sie sollen den Schwalben als Nistplätze dienen, sind sozusagen ein Ausgleich dafür, dass die natürlichen Möglichkeiten zum Nistbau an den Fassaden von Wohngebäuden geringer werden. Im Landschulheim „Grovesmühle" soll der Neuerwerb auch für den Anschauungsunterricht im Fach Biologie ge nutzt werden, so Schulleiter Rolf Warnecke. Die Fachlehrerin Marianne Groninga fügte bei der Übergabe hinzu, dass die Schulgarten-Gilde die Betreuung des Schwalbenhauses übernehmen werde. Bernhard Duve erinnerte, dass bereits vor 17 Jahren der NABU ein Programm gestartet hatte, mit dem für Schwalben und Mauersegler (ähneln den Schwalben, kommen aber aus der Familie der Segler) mehr Nistmöglichkeiten geschaffen werden sollen. Diese Initiative werde mit dem Projekt unterstützt, so Karl-Heinz Richter. Aber nicht nur Schwalben würden von der Spezialkon struktion profitieren. Der Teutloff-Mitarbeiter betonte: „Das Haus ist so gebaut worden, dass dort auch andere Vogelarten nisten können." Darauf sind nun vor allem die Grovesmühler Schüler gespannt, die mit der Neuerung nach den Ferien überrascht werden sollen.
Grovesmühle beste Schule in Sachsen Anhalt

- Aus der 6. Klasse wurde Caroline Vorloop (li.) mit dem Förderpreis ausgezeichnet. In der zweiten Reihe Geschichtslehrerin Ines Märkisch sowie Schulleiter
Drei Preise des Geschichtswettbewerbs der Körber-Stiftung mit insgesamt 1 350 Euro dotiert.
Aus dem bundesweiten Geschichtswettbewerb der Körber-Stiftung ging der Preis für die landesbeste Schule in Sachsen-Anhalt an das Landschulheim Grovesmühle (Harzer Volksstimme berichtete). 2010/11 ging es um das Thema ,,Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte". Von Rainer Marschel
Veckenstedt. 129 Schüler aus Sachsen-Anhalt hatten mit insgesamt 24 Beiträgen an dem Geschichtswettbewerb der Körber-Stiftung unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten teilgenommen. Bundesweit waren es 3 631 Jugendliche mit 1 152 Beiträgen. Niemand war hierzulande besser, als die Nordharzer Elisabeth-Maria Werder, Johannes Festerling und Phillip Plättner: Platz 1. Ein Preis, der mit 1 000 Euro dotiert war. Zusätzlich erhielt Caroline Vorloop (Thema: „Terror in Gilde nicht aufzuklären") aus der 6. Klasse den mit 100 Euro dotierten Förderpreis. Sie hatte an einer Geschichte aus Niedersachsen vom Ende des Zweiten Weltkrieges recherchiert. Erstmals wurde auch die landesbeste Schule geehrt. Auch diese Auszeichnung ging nach Veckenstedt. Offiziell übergeben werden die Preise in den Franckeschen Stiftungen in Halle/ Saale am nächsten Donnerstag. Landessieg war eine riesige Überraschung Wie Geschichtslehrerin Ines Märkisch aus dem Landschulheim berichtete, werden alle Arbeiten der Landessieger derzeit an eine Bundesjury weitergeleitet. Am 18. November will Bundespräsident Christian Wulff im Berliner Schloß Bellevue die Bundespreisträger auszeichnen. Insgesamt sollen dort 50 Preise vergeben werden. Im Landschulheim freut man sich aber zunächst erst einmal über den überraschenden Landessieg. Insgesamt hätten die Aus zeichnungen erheblich zur Steigerung der Motivation, auch für andere Schüler, beigetragen. Dass man vergleichsweise gut abschneidet, hatte Schulleiter Dr. Rolf Warnecke schon vorher „läuten hören". Aber dass man gleich mehrfach gewinnen würde, geriet auch für ihn zu einer riesigen Überraschung. Die Schüler hatten die Arbeiten weitgehend selbständig angefertigt und dafür auch einen erheblichen Teil ihrer Freizeit opfern müssen. Das Siegerthema von Elisabeth-Marie Werder, Phillip Plättner und Johannes Festerling hatte Ilsenburgs Kupferhütte zum Inhalt. Dort hatte die DDR jahrzehntelang billigen Kupferschrott aus der BRD wieder aufbereitet. Das allerdings mit gravierenden gesundheitlichen Folgen für die Bewohner. Veröffentlichungen im Rahmen der exorbitanten Dioxin-Belastung gab es praktisch nicht. Die Schüler hatten für ihre Recherchen mehrere Ilsenburger Zeitzeugen interviewt und Archive aufgesucht.
Schüler traurig - ihr Holzpilz ist verschwunden

- Der große Holzpilz ist vom Freigelände des Landschulheims Grovesmühle verschwunden.
Diebstahl im Landschulheim GrovesmühleVeckenstedt (rar).
Wie gewonnen, so zerronnen. Ärgerlich ist der Diebstahl in jedem Fall. Über Ostern verschwand vom Freigelände des Landschulheims Grovesmühle ein etwa 60 Zentimeter großer Holzpilz. Er dürfte etwa 15 Kilogramm wiegen. Die Schüler der 5. und 6. Klasse hatten den Pilz erst bei den Jugendwaldspielen im Herbst letzten Jahres gewonnen. DenVerlust hatte die sogenannte Gartengilde am 3. Mai bemerkt. Der Pilz muss also während der Osterferien gestohlen worden sein, wird vermutet. Vorher war schon eine, ebenfalls gewonnene Holzeule spurlos verschwunden. Beide werden von den Mädchern und Jungen der Unterstufe schmerzlich vermisst. Immerhin wurde keineswegs die Schule bestohlen. Die beiden Holzplastiken gehörten den Kindern. Vor diesem Hintergrund fragen sich die Schüler in Veckenstedt, ob diese beiden vermissten Teile in den letzten Tagen irgendwo aufgetaucht sind. Über Hinweise, die gegebenenfalls zur Rückkehr der fragwürdigen „Trophäen" führen, würde man sich in Veckenstedts Landschulheim Grovesmühle außerordentlich freuen.
Grovesmühle feiert mit Gästen
Das Landschulheim Grovesmühle veranstaltete bei hervorragenden äußeren Bedingungen einen sehr gut besuchten Tag der Offenen Tür. Dabei hatten die einzelnen Gilden die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Die Sportler organisierten einen Sponsorenlauf, die Brettspielgilde lud ebenfalls zum Mitmachen ein, während die Reitgilde die Gäste mit Kutschfahrten in einem Ochsenkarren überraschte (Foto). Taucher, Rettungsschwimmer und Schulsanitäter demonstrierten die Bergung eines Verunglückten aus dem See. Großen Anklang fanden auch die Hubschrauberrundflüge. Der „Rauchfrei-Stand" war ein Hinweis darauf, dass sich seit Montag stufenweise eine nikotinfreie Zone entwickelt. Foto: privat
Und jetzt bitte mal nicht auf Europa treten

- Großbritannien als Blumenrabatte und daneben ganz Europa zum Anfassen: Diese Menschenkette im Innenhof des Landschulheims Grovesmühle in Veckenstedt war am Montag Teil des ganztägig veranstalteten „Europatages". Fotos (4): Rainer Marschel
Am Landschulheim Grovesmühle in Veckenstedt begann die Woche mit dem erstmals veranstalteten „Europatag" anders als gewohnt. Auf ganz unterschiedliche Weise hatten sich die Schüler dem Thema im Laufe des Montags genähert. Höhepunkt und Abschluss war eine Menschenkette um das aufs Pflaster gesprühte vereinigte Europa mit den Fahnen der Länder.
Von Rainer Marschel Veckenstedt.
Das Landschulheim in Veckenstedt am Montagnachmittag Punkt 14 Uhr. Die erstmalige Beteiligung am internationalen Europatag geht ihrem Abschluss und gleichzeitigen Höhepunkt entgegen. Nur wenige Minuten später kreist mit Jürgen Friehe der Vater eines Schülers aus Abbenrode mit seinem privaten Helikopter „Robinson 44" (Höchstgeschwindigkeit 220 km/h) mehrfach über dem Schulgelände. „Österreich und Italien besonders begehrt" Die rund 120 Jugendlichen der Klassen 5 bis 7 haben auf dem Innenhof als Menschenkette Europa nachgebildet und die entsprechenden Landesfahnen den jeweiligen Ländern zugeordnet. Zwei Stunden zuvor hatte die Klassenlehrerin der 6a, Anne Meerstein, noch mit einer Sprühdose die stilisierten Umrisse des Kontinents auf den Pausenhof.f gezeichnet. Da war das Areal noch mit rotweißem Flatterband abgesperrt, was von einigen mitunter ignoriert wurde: „Und jetzt bitte mal nicht mehr auf Europa treten! ", ruft Anne Meerstein über den Pausenhof nicht in jedem Fall rechtzeitig genug. Ein „Achtloser" steht bereits auf Italien, um nach dem Hinweis seiner Mathelehrerin erschrocken „übers Mittelmeer" zu entschwinden. Die ursprüngliche Idee für das gesamte Projekt hatte die Unterstufenkoordinatorin Marianne Groninga. Für die ohnehin alle zwei Monate stattfindenden Thementage bot sich der in jedem Kalender vermerkte „Europatag" am 9. Mai geradezu an. „Wir haben sämt liehe europäischen Länder thematisch auf die unteren Klassen verteilt", so Anne Meerstein. Jede Gruppe hatte als fiktives Reiseunternehmen das jeweilige Land mit all seinen kulturellen oder kulinarischen Besonderheiten, der Hauptstadt, der Topographie und sonstigen Sehenswürdigkeiten „zu bewerben". So wurde bereits im Vorfeld ein kleiner Reiseführer angefertigt und die entsprechende Landesfahne ergänzt. Anne Meerstein: „Für unsere Schüler war es eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich mit dem vereinten Europa einmal intensiver auseinanderzusetzen. Interessant: Wegen des eigenen Erlebens im Urlaub waren Länder wie Österreich oder Italien besonders begehrt." Die oberen Klassen hatten es den ganzen Montag über mit einer „europäischen Rallye" zu tun. Die dafür zuständige Mittelstufenkoordinatorin Dr. Sabine Wagner: „Wir haben uns der Hilfe der Landeszentrale für Politische Bildung bedient. Dabei wurden sieben verschiedene Stationen aufgebaut, die die Jugendlichen durchlaufen mussten." So seien geografische Kenntnisse der einzelnen euro päischen Länder ebenso gefragt gewesen wie geschichtliche. Das ging bis hin zu der Erklärung, welche Bedeutung der auf den Eiern abgedruckte Code hat. Dabei gab es eine Punktewertung für die einzelnen kleinen Gruppen. Inwieweit der Europatag 2012 wieder so veranstaltet wird, stand am Montag in der Grovesmühle noch nicht fest.

- Die Pädagogen Anne Meerstein, Marianne Groninga sowie Dr. Sabine Wagner (oben links) zeichneten für das Projekt verantwortlich.
„Trotz" Mathe/Physik sehr beliebt

- Gabriele Könnecke: Mathe und Physik sind nicht automatisch ein Makel - im Gegenteil!
Lehrerin der 6b aus Veckenstedts Landschulheim ausgezeichnet
Veckenstedt (rar). Die Mathematik- und Physiklehrerin Gabriele Könnecke (49) aus dem Landschulheim Grovesmühle wurde zur viertbeliebtesten Lehrerin in SachsenAnhalt gewählt (wir berichteten). Die Auszeichnung erhielt die Nordharzerin kürzlich auf dem dritten Landeselterntag in Dessau-Roßlau.
Eine Abstimmung war ausschließlich über das Internet möglich. Insgesamt standen zwischen Januar und 20. März 21 Lehrer zur Auswahl. Jeder Schüler hatte pro Tag nur eine Stimme. Letztlich kam die Pädagogin auf 1229 Stimmen insgesamt.
Ausschlaggebend für Gabriele Könneckes Teilnahme waren mit der Tochter des Ilsenburger Bürgermeisters Sophie Loeffke und Klassenkameradin Sophie Bolz zwei Schüler aus „ihrer" 6b. „Natürlich habe ich mich über das Ergebnis und den vierten Platz sehr gefreut", meinte die Lehrerin Testern auf Nachfrage.
In ihrer Klasse herrschte ta-ing helle Aufregung: „Die haben sehr fleißig für mich abgestimmt und wollten ständig von mir ein Zwischenergebnis wissen. Aber das kannte niemand". Immerhin gab es nirgendwo im Veckenstedter Landschulheim einen offiziellen Aushang: „Das passierte alles mittels Mund-zu-Mund-
Propaganda auf dem Schulhof".
Auf die Frage, was wohl den Ausschlag für dieses hervorragende Ergebnis gegeben haben könnte, meinte sie lachend: „Ich bin so, wie ich bin. Ich glaube meine Klasse und ich haben ein sehr enges Verhältnis zueinander. Zwar halte ich die Zügel straff, aber die Schüler wissen auch, dass sie in Notsituationen immer auf mich zählen können." Solche gäbe es immer mal, ob nun zu Hause oder in der Schule, mit den Geschwistern, Eltern, Lehrern oder Mitschülern: Anlass für Stress gäbe es theoretisch für jeden reichlich.
Gabriele Könnecke unterrichtet ihre 6b unterdessen schon das zweite Jahr. Mit 18 Schülern hat sie eine vergleichsweise kleine Klasse: „Wenn es irgendwie geht, würde ich sie am liebsten bis zum Abitur behalten". Die Mathelehrerin ist erst acht Jahre im Landschulheim. Vorher arbeitete sie in der Psychologischen Beratungsstelle des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Quedlinburg.
Neues Lernzentrum eingerichtet

- Hochschul-Rektor Armin Willingmann (1.) überreichte Schulleiter Rolf Warnecke 17 Computer und Flachbildschirme zur weiteren Nutzung im Lernzentrum des Landschulheims Grovesmühle. FOTO: HOCHSCHULE
Hochschule Harz überlässt moderne Computertechnik.
Veckenstedt/MZ-
Kurz nach den Winterferien freuten sich Schulleiter Rolf Warnecke, Internatsleiter Türgen Völker sowie Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassenstufen des Landschulheims Grovesmühle in Veckenstedt über Besuch aus der Hochschule Harz. Rektor Armin Willingmann und Diana Kränzel, Mitarbeiterin im Team Kommunikation und Marketing, ließen sich von der Schulleitung des Landschulheims das neue Computer-Lernzentrum zeigen. Dessen Aufbau wurde durch die Übergabe von insgesamt 17 Computern und Flachbildschirmen ermöglicht, die an der Hochschule in Wernigerode ausgesondert werden mussten. Nicht nur Bildungsstätte „Hier können sich unsere Schüler auch in den Mittagspausen oder in den Freistunden mittels moderner Computertechnik neuestes Wissen aneignen und ihre Medienkompetenz vertiefen", verriet Warnecke. Die übrigen Computer faliden im Oberstufenraum und in den PC-Kabinetten der staatlich anerkannten Schule in Trägerschaft einer gemeinnützigen Gesellschaft ihren Platz. Langjährige Kooperation „Die Hochschule Harz versteht sich nicht nur als eine Bildungsstätte des akademischen Nachwuchses, sondern auch als Partner der in der Harzregion ansässigen Schulen unterschiedlicher Stufen, mit denen wir - wie etwa im InformatikBereich mit dem Landschulheim Grovesmühle - zum großen Teil langjährige Kooperationen pflegen", erklärte der Hochschulleiter. Es freut ihn, dass er mit der Überlassung der für Standards zur Hochschulausbildung nicht mehr geeigneten, aber gleichwohl voll funktionstüchtigen, Computertechnik aus den Beständen des Rechenzentrums ein wenig dazu beitragen konnte, die PC-Technik des Landschulheims Grovesmühle zu modernisieren und die Zusammenarbeit zur Stärkung der MINT-Fächer in der Region auszubauen. Initiiert wurde das neue Lernzentrum von den Schülern Mathis Opfermann (17) und Johannes Beier (19). Auch ihr Mitschüler Johannes Festerling findet die Idee klasse: „Ich verbringe die Freistunden sehr gerne hier. Computer gehören heute einfach zur Schule dazu", so der Dreizehnjährige.
Veckenstedter Schüler helfen Team vom „Wildpark Christianental"
Arbeiten einmal hautnah erleben für Bezug zum realen Leben
Von Ingmar Mehlhose
Wernigerode. Tatkräftige Unterstützung gab es zu Beginn dieser Woche für das Team vom „Wildpark Christianental". Die Klasse 6b des Landschulheimes Grovesmühle in Veckenstedt hatte ihren Unterricht für zwei Tage ins Freie verlegt. Frank Lüddecke zeigte sich vom Fleiß der Mädchen und Jungen sichtlich angetan. Am Montag hatten die Schüler zunächst sieben Kubikmeter Astwerk und Reisig aus einem Teil des Wildschweingeheges gesammelt, berichtete der Vorarbeiter. Für Dienstag stand eine Beräumung des Geländes zwischen Fuchsgehege und Erbgrafenweg auf dem „Stundenplan". Dabei wurden unter anderem etliche Säcke Müll aus dem Unterholz geholt. Auch Thomas Konietzko war mit dem Einsatz zufrieden. Der Fachlehrer für Physik, Biologie und PBG (Physik, Biologie und I Geografie als.Verbund): „Diese Aktion findet im Rahmen der sozialen Tage statt." Dabei gehen die Schüler in soziale Einrichtungen, um dem Personal zu helfen. Dadurch sollen sie die jeweiligen Tätigkeiten hautnah erleben und so einen Bezug zum realen Leben erhalten. Der Pädagoge: „Sie sehen, wie schwer das eigentlich ist. Aufräumen kostet Zeit und Kraft." Wer das weiß, der geht sorgsamer mit seiner Umgebung um.
„Eine Aufgabe, die nicht abstrakt ist"
Organisiert hatte den Einsatz auf Bitten der Lehrer Dr. Gerald Weiss. Tochter Maria besucht selbst die 6b. Weiss: „Das ist eine Aufgabe, die nicht abstrakt ist, sondern erledigt werden muss. Wo ' die Leistung sichtbar wird:" Ebenso wichtig ist, den im Durchschnitt Zwölfjährigen das Gefühl zu vermitteln, durch ihrer Hände Arbeit
etwas schaffen zu können. Und, so Weiss: „Gleichzeitig erleben sie die Nähe zur Natur."
Bei der Vorbereitung haben er und Frank Lüddecke im übrigen „sehr schnell einen gemeinsamen Nenner finden können".
„Solche Aktionen sind in unserem Wildpark bisher die Ausnahme", bedauerte der Vorarbeiter. Allerdings könnte das Beispiel der GrovesmühleSchüler eine Initialzündung für andere Klassen bedeuten. Lüddecke: „Wenn daraus eine Tradition wird, wäre das schön."
Für Maria Weiss, Sophie Loeffke, Sophie Bolz, Paula Chwoika, Anna Helms, Hermine Gliemer, Julia Voigt; Dominik Rischke, Leif Bläß, Hubertus Schwertmann, Sky Must, Alexander John, Leon Kolle, Lucas Marvin Lachmund, Michel Wagenführ und'7.Ym Lucas Volkmer hat sich ihr Engagement auch noch anderweitig gelohnt. „Christianental"-Wirt Siegfried Lux spendierte ihnen nach dem Mittagessen Eis.

Hatten sichtlich Spaß an ihren Aufgaben, die Sechstklässler aus dem Schullandheim Veckenstedt bei ihrem zweitägigen Arbeitseinsatz im Wernigeröder „Wildpark Christianental". Foto: lngmar Mehlhose
Grovesmühle mit Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ausgezeichnet
„Ehrung beschreibt keinen Idealzustand"
Dem Veckenstedter Landschulheim Grovesmühle wurde der Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" verliehen. An der Zeremonie hatte der Weltklasse-Ruderer Marcel Hacker teilgenommen. Der Spitzensportler übernahm die Patenschaft über das Projekt. Die Grovesmühle ist die 64. Schule, die diesen Titel in Sachsen-Anhalt verliehen bekam.
Von Rainer Marschel
Veckenstedt. „Ihr seid jetzt ein Teil der großen Familie", meinte Cornelia Habisch. Sie ist die Geschäftsführerin des Netzwerkes für Demokratie und Toleranz und überreichte der Grovesmühle Ende letzter Woche den Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Landesweit trugen ihn bis dahin schon 63 Schulen.
Bildunterschrifft 1:
„Für uns ist dieser Titel in Zukunft Verpflichtung"
„Wir werden uns nicht darauf ausruhen. Vielmehr sehen wir diesen Titel als Verpflichtung", versprach Schulleiter Rolf Warnecke vor Schülern, Pädagogen, einigen Eltern und Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke. Warnecke: „Der Anteil ausländischer Schüler ist verschwindend gering. Offene Ausländerfeindlichkeit oder gar Gewalt hat und konnte es bei uns gar nicht geben." Genauso gefährlich seien aber die verdeckten Formen der Ausländerfeindlichkeit und des Rassismus oder Vorurteile gegenüber Andersdenkenden - die Diskriminierung derer, deren Vorstellungen und Werte den eigenen nicht entsprechen: Vor dem allgemeinen Hintergrund des berüchtigten Cyber und sonstigen Mobbings gab auch Warnecke unumwunden zu, dass rassistische und diskriminierende Gedanken wohl nie vollkommen aus Schulen verbannt werden könnten. Diese jetzige Auszeichnung werde seiner Einrichtung allerdings Ansporn sein, auch in Zukunft gegen alle Facetten der Diskriminierung vorzugehen. Genau das sei während der letzten Jahre in Form von zahlreichen Exkursionen und Projekten an der Grovesmühle auch geschehen. Besuche der Gedenkstätte LangensteinZwieberge, die Proben zu einem Musical zum Thema Ausländerfeindlichkeit, Gespräche mit Zeitzeugen des Nationalsozialismus, das Erstellen eines Videoclips zu diesem Thema sowie Besuche des Jüdischen Museums in Berlin seien dafür nur einige exemplarische Beispiele aus den letzten zwei Jahren.
Der Weltklasse-Ruderer Marcel Hacker (34) übernahm die Patenschaft über das Projekt im Landschulheim. Er
habe nach der Wende selbst mehrfach an seiner Magdeburger Schule erlebt, wie fremdenfeindlich und rassistisch es teilweise dort zuging. Er ermunterte die Jugendlichen dazu, gemeinsam gegenn alle Erscheinungsformen von Ausgrenzung vorzugehen: „Wenn ihr alle zusammenhaltet, wird das ein Riesending!" Zudem versprach er, zu sportlichen Veranstaltungen wieder nach Veckenstedt kommen zu wollen.
„Zusammenhalten - dann wird`s ein Riesending"
Cornelia Habisch vom Netzwerk für Demokratie und Toleranz: „Schule ohne Rassismus beschreibt keinen Idealzustand, den man erreicht hat, sondern den Anspruch, dem man sich stellt, um Dinge, die in der Gesellschaft oder auch
in Eurer Schule noch schieflaufen, zu verbessern. Dabei sollte man immer den Gedanken der Würde des Menschen im Hinterkopf haben." In Deutschland würden laut Habisch mittlerweile fast 1 000 Einrichtungen den Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" tragen. Die Grovesmühle ist ab sofort Teil dieses riesigen Netzwerkes.

Bis zur Verleihung des Titels„ Schule ohne Rassismus -Schule mit Courage" war es für die Mädchen und Jungen ein langer Weg. Einige, die sich anfangs dafür engagierten, gehören längst nicht mehr dem Veckenstedter Landschulheim Grovesmühle an. Fotos (4): Rainer Marsche)

Der mehrfache WM- und Olympiateilnehmer Marcel Hacker hat die Patenschaft über das Projekt übernommen. Daneben Caroline Werner aus Drübeck, die Ilsenburgerin Eileen von Hoyningen-Huene, der aus Osterwieck stammende neue Schülersprecher Jan Jödike, Schulleiter Rolf Warnecke sowie Cornelia Habisch, Geschäftsführerin des Netzwerks für Demokratie und Toleranz in Sachsen-Anhalt (von links).
„Schade, so geht ein Stück Friedhofskultur verloren", sagt Edeltraud Stöber
(Foto) aus Hasselfelde. Sie betreut bei der Stadt Oberharz am Brocken die Friedhöfe und verzeichnet einen
anhaltend starken Trend zur Urnenbestattung und dabei zur anonymen Bestattung auf der sogenannten Grünen Wiese. „Man will den Angehörigen offenbar nicht viel Arbeit für die Grabpflege überlassen", sagte Frau Stöber am Lesertelefon weiter. Von 30 Bestattungen 2010 in Hasselfelde waren beispielsweise nur vier Erdbestattungen, 26 Feuerbestattungen inklusive der auf der Grünen Wiese. Als weiterer Grund für immer weniger Erdbestattungen gelten die Kosten. Das werde langfristig das Bild der Friedhöfe, so Edeltraud Stöber, weiter verändern. (bfa)
Elftklässler Paul Baron (Foto) wurde vor wenigen Tagen von den Jugendlichen im Landschulheim Grovesmühle mehrheitlich als neuer Schülersprecher „ins Amt" gewählt.
Zur Verleihung des Titels „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" hatte der Wernigeröder in Veckenstedt seine „Feuertaufe vor reichlich Publikum«' - darunter vor dem mehrfachen WMund Olympiateilnehmer Marcel Hacker, der über das Projekt die Patenschaft übernommen hatte. (rar)


Jugendwaldspiele in Drübecks Klosterholz mit Wölfen, Wildschweinen und Adlern
70 Schüler des Landschulheims Grovesmühle testen an zehn Stationen ihr Wissen
Noch praxisnäher als bei den Drübecker Jugendwaldspielen geht es eigentlich nicht. Daran nahmen jetzt mit großer
Begeisterung 70 Schüler
des Landschulheims Grovesmühle teil.
Drübeck/Veckenstedt(rar)• Wildschweine, Füchse, Igel und Marder gibt's im Harz, aber Wölfe und Adler? Hinter diesen Tiernamen verbargen sich einige der insgesamt 70 Mädchen und Jungen aus dem Veckenstedter Landschulheim Grovesmühle. Sie waren in acht Gruppen eingeteilt und hatten bei schönstem Herbstwetter Gelegenheit, die Natur zu durchstreifen. Gelegenheit dazu bot ein weiteres Mal der Drübecker Privatwald von Cornelius Meyerstork.
So waren im Klosterholz wieder zehn Stationen vom Jugendwaldheim „Drei Annen" aufgebaut worden. Allerdings wurden die Inhalte im Vergleich zum Vorjahr verändert. Nicht nur der Waldbesitzer wollte es sich nicht nehmen lassen, den Kindern bei der Lösung der Aufgaben über die Schulter zu schauen. Neben den Hauptakteuren des Jugendwaldheimes waren auch angehende Forstwirte sowie Vertreter des Nationalparks Harz dabei. Stationen, wie „Die Rückkehr des Wolfes" „Tieren auf der spur" oder „Nahrungsbeziehungen - wer frisst wen?" ließen die Mädchen und Jungen der 5. und 6. Klasse den Wald mit anderen Augen sehen. Erfahrungen ganz anderer Art gab es am eigenen Körper. Denn der Wald liefert in Form des Rohstoffes Holz Wärme.
Den Wald mit ganz anderen Augen gesehen
So galt es an einer stelle, einen Viertel Raummeter Holz umzustapeln, wobei einige ziemlich ins Schwitzen kam. Auch damit stellten die „Macher" unter Beweis, dass Wissensvermittlung bestens funktioniert, wenn sie in spielerische Aktionen verpackt wird. Waldbesitzer Cornelius Meyer-Stork staunte jedenfalls nicht schlecht, was manche der Schüler bereits wussten. Am Ende des erlebnisreichen Tages gab es für alle Urkunden und für die ersten drei Plätze Holzpilze, die das Veckenstedter Schulgelände verschönern. Als Beste erwiesen sich die „Wildschweine", gefolgt von den „Eichhörnchen" sowie der Igelmannschaft.

Cornelius Meyer-Stork (4.v.r.) ist Waldbesitzer vom Klosterholz nahe Drübeck. Er schaut den Schülern an der Station „Pflanzliches" über die Schulter. Die zertifizierte Waldpädagogin und in diesem Fall Stationsbetreuerin Silke Hofmeister (links) vom Jugendwaldheim „Drei Annen" vermittelt Wissen rund um die heimischen Bäume. Die Mannschaft der „Füchse" kennt sich bestens aus. Foto: privat

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